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Wie du eine Bodenplatte betonieren kannst für dein Gartenhaus – Eine ultimative Anleitung

Das richtige bzw. sogar perfekte Fundament für ein Gartenhaus ist nicht immer einfach zu finden. Eins ist aber klar – ab einer gewissen Größe (vielfach gilt als Maximalwert 2 x 2 m) reicht eine gepflasterte Fläche nicht mehr aus und du musst z.B. eine Bodenplatte betonieren.

Welche Fundamentarten gibt es?

Neben der schon erwähnten klassisch gepflasterten Fläche gibt es natürlich auch noch Alternativen. Eine Alternative ist z.B. ein Streifenfundament. Bei einem Streifenfundament als Bodenplatte werden unter den tragenden Holzbalken Fundamente ausgehoben und betoniert. Diese werden ca. 30-40 cm breit und frosttief ausgeführt. Frosttief bedeutet mindestens 80cm.

Eine weitere Alternative ist ein Punktfundament. Hier werden an definierten Punkten der Unterkonstruktion Punkte betoniert. Dazu werden jeweils Schächte von ca. 40 x 40 cm ausgehoben die frostsicher ausgeführt werden müssen. Das heißt, jeder Schacht muss mindestens 80cm tief sein. Ein Punktfundament bieten sich am ehesten z.B. für Carports an. Carports haben im Regelfall keine Bodenkonstruktion sondern die tragenden Pfähle werden auf dem Punktfundament befestigt.
Die letzte Alternative gibt es noch die Möglichkeit eine Bodenplatte zu betonieren.

Bodenplatte-betonieren

Warum du eine Bodenplatte als bevorzugtes Fundament nutzen solltest

Nach meiner Erfahrung macht sie im Endeffekt einfach die wenigste Arbeit. Noch dazu ist sie die stabilste Form einer Bodenplatte. Rechne es dir einfach einmal selbst aus. Als Beispiel im Vergleich zu einem Streifenfundament.

Eine Bodenplatte muss eine Stärke von ca. 15cm haben. Ein Streifenfundament eine Tiefe von mindestens 80 cm. Bei meinem Gartenhaus ergab sich eine Betonbedarf bei einem Streifenfundament von ca. 3,6 m³. Im Vergleich dazu benötigt man für eine betonierte Bodenplatte lediglich 1,39 m³. Bei dieser Rechnung ist noch nicht berücksichtigt, dass es ein Gartenhaus mit Holzboden ist. Für den Holzboden müssten nochmal mehr Streifenfundamente hergestellt werden.

Wie du siehst, ist der Betonbedarf deutlich geringer. Man benötigt zwar nochmal in etwa die gleiche Menge an Schotter aber der ist günstiger als Beton. Du musst auch weniger Erde ausheben. Beim Streifenfundament 3,6 m³ und bei der Bodenplatte rund 2,8 m³ (bei der Bodenplatte insgesamt mindestens 30cm).

Außerdem ist der Erdaushub bei Streifen- und Punktfundament schwieriger. Beim Graben in Frosttiefe wird der Boden oft je tiefer du kommst immer schwieriger. Der Anteil an Steinen nimmt zu oder du hast einen recht lehmhaltigen Boden bei dem jeder Zentimeter tiefer zu einer echten Quälerei wird.

Die Schalung und das Nivellieren auf die gleiche Höhe ist beim Bodenplatte betonieren auch einfacher. Bei einer Bodenplatte musst du nur eine eine Schalung „in blei setzen“ bei Streifen- oder Punktfundament ist dieser Aufwand, durch mehrer Fundamente, größer.

OK, ich will eine Bodenplatte betonieren für mein Gartenhaus aber wie?

Bereits eines vorab: Ich bin kein Bauingenieur, Maurermeister oder sonstiges. Meine Empfehlung bzw. Ausführung beruht auf meiner Erfahrung (und der meiner Eltern und Großeltern 😉 ).
Der Erdaushub für eine Bodenplatte sollte mindestens 30 cm betragen. Dabei bildet die Basis auf dem gewachsenen Boden eine mindestens 15 cm hohe Schotterschicht (Körnung 0/32). Die Schotterschicht wird z.B. mit einer Rüttelplatte verdichtet.

Je nachdem wo man im Internet recherchiert werden hier auch andere Stärken empfohlen z.B. mindestens 30cm. Ich persönlich habe mich an den 15cm orientiert.

Darauf folgt eine 15cm Betonschicht (ich habe fertigen Betonestrich genommen). Der Beton ist bewährt auszuführen. Das bedeutet, es sollten Stahlbaumatten in etwa in die Mitte der Betonplatte eingelegt werden.

In 5 einfachen Schritten eine Bodenplatte betonieren

1. Vorbereitung und Aushub

Zuerst solltest du die Fläche die ausgehoben werden soll markieren. Dazu kannst du z.B. vier Metallstangen und eine Maurerschnur benutzen.

Wichtig ist dabei, dass die Bodenplatte mindestens 10cm größer sein sollte als das spätere Gartenhaus. Der Aushub sollte nochmals mindestens 10 Zentimeter größer sein sollte als die Bodenplatte (besser sogar 20cm). Dieser Platz wird benötigt um die Schalung vernünftig anfertigen zu können.

Problematisch ist oft, einen rechten Winkel herzustellen. Dabei hilft uns endlich einmal die doofe Schulmathematik weiter. Um genau zu sein der Satz des Pythagoras – a² + b² = c². Das heiß ganz einfach für unser Rechteck sprich unsere Bodenplatte: Aus der langen und der kurzen Seite des Rechtecks kannst du dir die Länge der Diagonalen errechnen. Mit diesen 3 Maßen erhältst du automatisch einen rechten Winkel.

Wem diese Rechnerei zu kompliziert ist, kann sich auch einfach der 3-4-5 Methode bedienen. Diese ist auch bekannt als Maurer-Dreieck bzw. Zwölfknotenschnur. Interessant dazu ist dieser WIKIPEDIA-Artikel oder folgendes YouTube-Video:

Zum Aushub selbst gibt es wenig zu sagen. Mindestens 30cm sind auszuheben, wenn die Bodenplatte komplett bündig zum umgebenden Erdreich sein soll. Wenn die Bodenplatte etwas höher liegen soll, natürlich entsprechend ein bisschen weniger 😉
Bemühe dich schon den Aushub so plan und „in Waage“ wie möglich zu machen. Bei uns ist das Gelände sehr uneben und ich habe grobe Höhenmaße – damit ich schon mal in etwa wusste wie tief an der jeweiligen Stelle ausgehoben werden muss – mit dem Rotationslaser ermittelt. Auch zwischendruch habe ich immer mal wieder mit dem Rotationslaser kontrolliert. Das geht aber auch mit weniger technischem Equipment ganz einfach mit einer Richtlatte und einer Wasserwage.

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2. Schotterschicht einbringen

Nach dem Aushub kommt Schotter in die frische Grube. Als Körnung bietet sich z.B. 0/32 an – 0 Anteile sollten auf jeden Fall enthalten sein. Der Schotter muss gut verdichtet werden. Je nach Rüttelplatte muss dies in Schichten erfolgen. Ich habe z.B. nach der Hälfte des Schotters bereits einmal verdichtet.
Den Schotter möglichst eben und „in Waage“ einbringen. Zum groben kontrollieren bietet sich da eine Kombination aus Richtlatte und Wasserwage an. Wer hat kann auch dafür wieder den Rotationslaser nutzen.

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3. Schalung bauen

Die Bretter für die Schalung müssen mindestens die Höhe der fertigen Betonplatte haben. Ideal sind bei einer 15cm Platte z.B. Schalbretter. Diese gibt es – je nach Baumarkt / Baustoffhandel –  auch in einer Höhe um die 18cm.

Die Schalung kann man schon mal trocken zusammenschrauben. Anschließend etwas in die Schotterfläche einlassen (mit dem Hammer einschlagen oder etwas Schotter heraus kratzen). Wichtig ist es sehr gründlich kontrollieren, ob die Schalung zu allen Seiten in der Waage ist. Dabei hilft auch wieder Wasserwage und Richtlatte und oder der Rotationslaser.

Die Schalung muss noch stabilisiert/abgestrebt werden, damit sie dem Druck durch den Beton standhält. z.B. kann man in nicht allzu großem Abstand (max ca. 50 cm) werden dazu rundum direkt hinter der Schalungsbrettern Versteifungspfosten in den Boden geschlagen.

Diese können aus angespitzten Dachlatten oder aus Metallstangen bestehen. Über die Ecken kann man zusätzlich noch Querlatten befestigen. Im Prinzip ist es egal, wie man die Schalung abstrebt, wichtig ist nur, dass am Schluss der Druck des in der Schalung befindlichen Betons gehalten werden kann.

Bodenplatte-betonieren

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4. Betonieren der Bodenplatte

Vor dem Betonieren wird die Schalung innen mit einer PE-Folie ausgelegt. Im Handel findest du diese meist unter der Bezeichnung Baufolie. Die Baufolie sollte eine Stärke von mindestens 0,2mm haben. Die Baufolie hat vor allem zwei Aufgaben: Beton- und Schotterschicht zu trennen sowie verhindern, dass der Untergrund der Bodenplatte zu schnell Feuchtigkeit entzieht. Sprich die 15 EUR für die Folie sind keine Fehlinvestition.

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Dann geht es auch schon los mit dem lustigen Beton anmischen. Ich habe mich für eine Fertigmischung entschieden. Natürlich kann man auch aus Kies und Zement alles komplett selbst anmischen. Wer sich in der glücklichen Lage befindet, dass ein Betonauto bis ans Fundament fahren könnte, kann natürlich auch diese Option nutzen.

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Nachdem die Schalung in etwa zur Hälfte gefüllt ist, wird die Metallarmierung eingelegt. Dazu nimmt man ganz normale Stahlbaumatten. Wichtig dabei ist, dass die Stahlbaumatten zum Rand einen Abstand von mindestens 3cm einhalten müssen. Zum einen geht es dabei um das Thema Rost zum anderen aber auch um die Stabilität des Betons im Randbereich.
Den eingebrachten Beton immer wieder stampfen und verdichten, damit sich keine Lufteinschlüsse bilden.

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Die Schalung komplett füllen und die Oberfläche glätten. Wir haben komplett auf einen gesonderten Glätter verzichtet und lediglich mit einer Richtlatte über den Rand der Schalung „abgezogen“. Unser Ergebnis ist auf jeden Fall mehr als zufriedenstellend geworden.

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5. Trocknung & Endarbeiten

Die frisch betonierte Bodenplatte musst du, je nach Witterung, ein paar Stunden „antrocknen“ gelassen. Wenn die Oberfläche etwas abgebunden hat, deckt man die Bodenplatte mit einer Plane ab. Die Plane am Rand – natürlich nicht auf der frisch betonierten Platte – beschweren, damit sie nicht wegfliegen kann.
Durch das Abdecken mit der Plane wird ebenfalls verhindert, dass die Platte zu schnell Feuchtigkeit verliert und der Beton dadurch Risse bekommt bzw. seine volle Stabilität nicht entfalten kann.

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Die Plane kann nach 3 Tagen entfernt werden. Zu diesem Zeitpunkt kannst du auch die Schalung um die Bodenplatte entfernen. Dazu gehst du einfach in umgekehrter Reihenfolge wie beim Herstellen vor. Sprich erst die Eckverstrebungen entfernen, dann die Metallstangen bzw. Holzpfähle usw. Wenn sich an den Rändern Nasen oder ähnliches gebildet kann man diese jetzt auch schon vorsichtig entfernen.

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Die komplette Belastbarkeit erreicht die Bodenplatte nach ca. 4 Wochen. Je nach Witterung kann man jedoch schon nach 2-3 Wochen testen ob schon eine Montage des Gartenhäuschens möglich ist.

Verlinkt bei HoT, Creadienstag und Dienstagsdinge.

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